Europäisch-Arabischer Dialog

Bericht vom Unesco-Workshop in Amman 2007

 

Wo liegt Amman?

Amman ist die Hauptstadt des Königreichs Jordanien.

 

المملكة الأردنيّة الهاشميّة

al-Mamlaka al-Urduniyya al-Hāschimiyya
Haschemitisches Königreich Jordanien

 

 

 

Jordanien liegt zwischen Syrien, Israel, (Ägypten), Saudi-Arabien und dem Irak.

 

Amman: Blick von der Zitadelle

 

Einige wichtige Daten zu Jordanien

Amtssprache: Arabisch
Staatsform: konstitutionelle Monarchie
Staatsoberhaupt: König Abdullah II.
Fläche: 89.342 qkm
Einwohnerzahl: 5.308.000 (2004)
Währung: Jordanischer Dinar
Unabhängigkeit: am 25.05.1946 von Großbritannien
Nationalhymne: As-salam al-malaki al-urduni
Religion: 93% Sunniten, 5% Christen, 2% andere
Klima: überwiegend kontinentales Wüstenklima, im NW Mittelmeerklima
Flüsse und Meere: Jordan, Totes Meer, Golf von Akaba (Rotes Meer)

 

Etwas zur Geschichte

Wenn man sich die Landkarte ansieht, kann man daran schon einiges erkennen:

  • merkwürdig gerader Grenzverlauf – das bedeutet: die Grenzen sind von den Kolonialmächten gezogen worden. Jordanien war als Pufferstaat gedacht zwischen Saudi-Arabien mit dem Könighaus der Sauds, zwischen Syrien als französischem Interessengebiet und dem Irak, einer wichtigen englischen Kolonie wegen der großen Erdölvorkommen.

  • Jordanien ist also kein Nationalstaat und dies ist einer der Gründe, warum auch noch der heutige König Abdullah II. am Aufbau einer nationalen Idee arbeitet.

  • Sein Großvater Abdullah I. und sein Vater Hussein dachten nicht eigentlich nationalstaatlich. Das Könighaus der Haschemiten stammt aus Saudi Arabien und arabische Herrscher denken oft und gern panarabisch, das bedeutet, es gibt immer wieder Versuche, eine arabische „Über“nation herzustellen.

  • Eine direkte Auswirkung des Panarabismus ist, dass die jordanischen Herrscher für sich das Recht beanspruchten, die Sache der Palästinenser zu vertreten.

  • Die Palästinenser selbst waren damit meist nicht einverstanden, andere jordanische Nachbarn wie Syrien und Ägypten allerdings auch nicht. Israel hingegen war meist damit einverstanden, denn die Israelis bevorzugten, mit einem eher konservativen und gemäßigten König zu verhandeln als mit militanten und wechselnden Führungspersönlichkeiten der Palästinenser.

  • Die größte Niederlage, die Jordanien erlebte, war der Verlust der Westbank im Anschluss an den Sechs-Tage-Krieg 1967. Solange die Westbank zu Jordanien gehörte (seit 1948), war es nur logisch, dass König Hussein die Palästinenser politisch vertrat. Nun jedoch gewann die PLO immer mehr an Einfluss, bis schließlich auf dem Arabischen Gipfel in Rabat (Marokko) die PLO als Vertreterin der Palästinenser von den arabischen Ländern anerkannt wurde.

  • Der Verlust der Westbank bedeutete für Jordanien auch den Verlust von Jerusalem, von fruchtbarem Ackerland und einen Zustrom palästinensischer Immigranten nach Jordanien.

  • Die ursprüngliche Bevölkerung des jordanischen Gebiets sind Beduinen. Im Nordwesten gab es auch einige kleine Orte mit Bauern. Diese ursprünglichen Einwohner fühlen sich heute in erster Linie als Jordanier. Sie wohnen überwiegend in der Eastbank (Ostufer des Jordans). Dahingegen fühlen sich die eingewanderten oder vertriebenen Palästinenser hauptsächlich als Palästinenser. Andere Flüchtingswellen, die Jordanien zu verkraften hatte, waren die Kuweiter und die Iraker. Die Hauptstadt Amman ist hauptsächlich von Palästinensern bewohnt. Die Palästinenser sind vor allem im Handel und im Bankgewerbe tätig. Im jordanischen Parlament (Unterhaus) waren sie im Laufe der Zeit mal stärker, mal weniger stark repräsentiert.

  • In Jordanien ist es der König, der die Außenpolitik bestimmt. Obwohl König Hussein viele Fehler gemacht hat, ist es ihm dennoch gelungen, seine Herrschaft über alle Widrigkeiten hinweg zu retten, seinen mächtigen Nachbarn Stand zu halten, die Destabilisierung durch Kriege und Flüchtingswellen auszugleichen und sich mit den Großmächten und mit Israel zu arrangieren. Sein Sohn Abdullah, der seit dem Tod seines Vaters 1999 die Macht übernommen hat, versucht, diesen Kurs fortzusetzen.

  • Allerdings ist und war Jordanien finanziell abhängig von anderen, denn die Wirtschaft ist nicht in der Lage, den Staatsapparat, das Militär, den Aufbau und die Modernisierung der Wirtschaft, sowie die Integration der Flüchtlinge allein zu bewältigen. Während die Hauptgeber zunächst die Engländer waren, waren es später die Ölnationen Saudi Arabien und Irak und heute sind die größten Geber die USA. Für wie strategisch bedeutsam das kleine Jordanien immer noch angesehen wird, verdeutlicht vielleicht die Tatsache,dass Jordanien nach Israel, Ägypten und Kolumbien der viertgrößte Empfänger amerikanischer Gelder und Waffen ist. Die USA belohnen damit auch Jordaniens uneingeschränkte Hilfe im Kampf gegen den Terrorismus.

  • In Richtung Liberalisierung sind in Jordanien in den letzten Jahren unter Hussein und dann auch unter Abdullah II. große Fortschritte gemacht worden, die allerdings – man muss es sagen – in Krisenzeiten auch leicht wieder rückgängig gemacht werden. So gibt es weitgehende Pressefreiheit, Oppositionsparteien sind zugelassen, die Bevölkerung hat uneingeschränkten Zugang zum Internet und es finden freie Wahlen zum Unterhaus statt. Das Unterhaus jedoch hat nur beschränkten Einfluss und kann jederzeit durch den König entmachtet werden. Der König ernennt einen Premierminister, der ein Kabinett aufstellt, mit dem er für eine vom König bestimmte Periode regiert.

König Hussein und König Abdullah II. betrachten
von der Wand aus Touristen in Petra.

 

Und noch ein bisschen Klatsch

Eigentlich hatte Hussein als Thronfolger seinen 12 Jahre jüngeren Halbbruder Hassan vorgesehen. In letzter Minute – also kurz vor seinem Tode – entschloss er sich dann plötzlich, seinen Erstgeborenen Abdullah zum Thronfolger zu ernennen. Wie ist es dazu gekommen? Lag etwa eine Palastintrige vor?

König Hussein hatte vier Ehefrauen. Nein, nicht zusammen, sondern nacheinander. Abdullahs Mutter war die zweite, eine Engländerin. Der König schlägt übrigens ganz nach ihr. Es ist blond und blauäugig. Die dritte Frau Husseins war Queen Alia, die bei einem Hubschrauber-Unfall ums Leben gekommen ist und nach der der internationale Flughafen benannt ist. Deren Sohn, Prinz Ali, war auch einmal zum Thronfolger ausersehen, während seine älteren Halbbrüder Abdullah und Faisal eine Armeekarriere anstrebten. Aber nach Alias Tod heiratete Hussein erneut und zwar die 26 jährige Lisa Halaby, die arabisch-amerikanischer Herkunft ist. Sie nahm den Namen Noor an und hatte mit Hussein vier Kinder. Noor hatte nicht unerheblichen Einfluss auf den kranken König, dem sie nicht von der Seite wich. Beinahe hätte Hussein dann noch seinen Lieblingssohn, Prinz Hamzeh, natürlich Noors Sohn, zum Thronfolger gemacht. Abdullah, sein Erstgeborener, war sicher ein Kompromiss. Husseins Bruder Hassan wurde von der Thronfolge gestrichen. Dessen Frau und Königin Noor waren sich allerdings auch nicht grün. Hamzeh soll Abdullah dereinst nachfolgen.

Abdullah ist mit Rania verheiratet, einer Palästinenserin, die in Kuweit aufgewachsen ist. Die beiden geben sich in der Öffentlichkeit gern als modernes Herrscherpaar und auch als sorgende Landeseltern. Abdullah soll zum Beispiel unangemeldet in staatlichen Hospitälern auftauchen oder des Nachts incognito durch Amman spazieren, um die öffentliche Meinung zu erlauschen. Königin Rania hingegen engagiert sich gegen häusliche Gewalt und Verbrechen aus Gründen der Ehre. Beide machen sich stark, das Erziehungs- und Gesundheitssystem zu verbessern und die Arbeitslosigkeit zu senken. Mit anderen Worten: da können die Windsors von ihren ehemaligen Schülern noch was lernen.

Das Königspaar und seine vier Kinder –
eine ganz normale Familie

 

Warum wurde Amman als Tagungsort ausgewählt?

Darüber kann ich eigentlich nur spekulieren. Aber ein Grund dürfte sein, dass sich sowohl das jordanische Königspaar als auch der entmachtete Ex-Kronprinz Hassan sehr für Erziehung und Bildung einsetzen. Die Tagung stand denn auch unter der Schirmherrschaft Seiner Majestät des Prinzen Hassan.

Jordanien ist ein Land, das den Extremismus stets bekämpft hat. Obwohl es islamistische Parteien gibt, zum Beispiel die Muslimbrüder – in Jordanien eine regelrechte Volkspartei - , haben diese jedoch keinen militanten Flügel. Auch die Hamas darf in Jordanien keine Vertretung unterhalten, obwohl sie im Volk natürlich schon Anhänger hat. Jordanien unterstützt auch nicht die wahhabitischen Fundamentalisten aus Saudi Arabien. Alles in allem geht es in Jordanien sehr gemäßigt zu.

Also: organisiert wurde die Tagung von der deutschen UNESCO Kommission in Kooperation mit dem UNESCO Büro in Amman und der jordanischen nationalen Kommission für Erziehung, Kultur und Wissenschaft. Beide jordanischen Veranstalter zeigten Organisationstalent und standen der deutschen in Sachen Organisation nicht nach.

Die Eröffnungsrede hielt Prinz Hassan.

Während wichtige Persönlichkeiten einleitende Worte sprechen,
schreibt Prinz Hassan (Mitte) schnell noch seine Rede um.

 

Was hatte Prinz Hassan zu sagen?

Prinz Hassan begann seine Rede mit dem Zitat eines berühmten arabischen Philosophen, Al-Ghazali, so wie ein Europäer ordentlich seine Rede mit einem Aristoteles-Zitat beginnt.

Dann folgte sogleich der Hinweis auf einen signifikanten Unterschied zwischen der europäischen und der arabischen Welt. Während es nämlich in Europa ein Überalterungsproblem gibt, entwickelt sich im Nahen Osten ganz das Gegenteil. Prinz Hassan sagte: „Das Bevölkerungswachstum in unserer Region wird voraussichtlich von 415 Mill. 2006 auf 833 Mill. 2050 ansteigen. Die Weltbank rechnet damit, dass 2020 bereits 100 Mill. neue Jobs geschaffen werden müssen. (...) Außerdem werden in weniger als einem Jahrzehnt über die Hälfte der Bevölkerung der Region unter 18 Jahren alt sein.“

Mit diesen Angaben machte der Prinz klar, dass in der arabischen Welt durchaus Grund zum Optimismus besteht. Jugend, neue Arbeitsplätze und Bevölkerungswachstum stehen einer alternden Bevölkerung, Arbeitslosigkeit und Bevölkerungsrückgang in Europa gegenüber.

Prinz Hassan legte sogar noch nach: „Die Geschichte unserer Region und moderne Entwicklung ist an Europa und die USA geknüpft, aber es wird Zeit umzudenken. Großmächte wie China und Indien werden mehr und mehr zu Geberländern statt weiter Empfänger von Hilfen zu sein, und ihre Hilfe ist weniger ideologisch fixiert als die des Westen.“

Nach den Worten des Prinzen steigt das Selbstbewusstsein in den arabischen Staaten, denn die einseitige Abhängigkeit von Europa und den USA ist längst überwunden.

Dennoch gibt es auch für die arabischen Staaten noch viel zu tun. Als Gemeinsamkeit zwischen West und Ost sieht der Prinz, dass Jugendliche, die keine oder nur eine unzureichende Ausbildung erhalten, bzw. die trotz Berufsausbildung keine Chance im Berufsleben bekommen, Zielgruppen für solche sind, die sie für ihre wie immer geartete Ideologie gewinnen wollen.

Prinz Hassan macht sich dafür stark, die zu stärken, die heute noch die Unterprivilegierten sind. Dazu soll in erster Linie ein Bildungs- und Erziehungssystem dienen, dass genau diesen bisher Unterprivilegierten die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht und sie nicht länger ausgrenzt.

Das Bildungs- und Erziehungssystem soll vor allem die Naturwissenschaften fördern, denn die Probleme unserer Welt müssen mit neuen Technologien gelöst werden, die aber zugleich auch die alten traditionellen sein können, allerdings in eine Form gebracht, die dem 21. Jahrhundert entspricht.

(Anm.: In Dubai gibt es z.B. ein Einkaufszentrum, in dem die alte Belüftungstechnik, mit der die Ureinwohner ihre Häuser belüfteten, benutzt wird, um so zumindest in der gemäßigteren Zeit des Jahres jede energieverschlingende Air Condition überflüssig zu machen.)

Wichtig ist, so der Prinz, dass es sich bei der neuen Technologie um eine umweltschonende handelt, die erneuerbare Rohstoffe benutzt.

So sei auch Jordanien, obwohl eigentlich nicht mit Rohstoffen gesegnet, doch auch nicht ohne solche erneuerbaren Ressourcen. Der Reichtum Jordaniens ist die Sonne und dieser Reichtum richtig genutzt, kann den weltweiten CO2-Ausstoß verringern helfen, die Region selbst mit Jobs, Trinkwassser und einer verbesserten Infrastruktur versorgen.

Mit anderen Worten: Prinz Hassan wies mit seiner Rede darauf hin, dass der arabische Raum (er sprach von Middle East, auf Deutsch ist das der Nahe Osten) keine unterentwickelte Region mit Unterlegenheitsgefühlen gegenüber dem Westen mehr ist. Die Region hat viel zu bieten und der Westen tut gut daran, seine alte Verbundenheit zu der Region nicht aus ideologische Gründen zu verspielen, denn die Konkurrenz aus dem Fernen Osten wartet schon.

Der Prinz wandte sich eindeutig gegen jede wie immer geartete Ideologisierung der Jugend in Ost und West. Aufsehen erregte er, als er sich gegen einige schwarz vermummte Damen im Publikum wandte und ihnen erklärte, dass sie auf dem Irrweg seien.

Die Konferenz sah er als Chance an, voneinander zu lernen. Das, was in der einen Gesellschaft fehle oder zu kurz komme, solle man aus der anderen Gesellschaft importieren. Man solle gemeinsame Werte festlegen und gemeinsame Standards dafür entwickeln.

Im Gegensatz zu den meisten Reden, die ich gehört habe, war diese eine wirklich interessante. Obwohl ich keine Anhängerin von Königshäusern bin, fand ich den Beitrag von Prinz Hassan beachtenswert, eine Einschätzung, die ich mit den anderen Teilnehmern der Konferenz teilte. Der Prinz wirkte wie ein Mensch, der viel von der Welt gesehen und viel darüber nachgedacht hat. Seine Aufforderung zum Dialog war sehr ernst gemeint.

 

Über die Teilnehmer des Dialogs


Die arabischen Länder waren fast komplett vertreten.
Amna aus dem Oman
Leila von Algerien.
Ghizlane von Marokko
Rabiaa von Tunesien.
Nidal aus Palästina
Musa aus Jordanien
Bothayna von Jordanien
Eman aus Ägypten
Reda aus Ägypten
Samia aus Jordanien
Christiane aus dem Libanon
Ibrahim aus dem Libanon
Qamar aus Syrien
Jamila aus den Vereinigten Arabischen Emiraten
Basim aus dem Irak

All diese Personen sind Lehrer und Lehrerinnen.

Es gab auch zwei jordanische Schüler: Sharif und Faris und zwei deutsche Schüler: Mathis und Jakob.

Die europäischen Länder waren nicht sehr zahlreich vertreten.

Terese aus Dänemark
Ursula aus Österreich
Patrick aus Frankreich

Deutschland war überproportional vertreten. Sollte man etwa die Bundesländer wie eigenständige Länder betrachtet haben, aus denen je ein Lehrer entsandt wurde?

Es waren jedenfalls:

Evelyn, Marion, Raimund, Sigrid, Jürgen, Dietrich, Winfried, Joseph

Einige möchte ich hier vorstellen.

Samia und Amna waren zwei richtige Powerfrauen, sehr energisch, lustig und äußerst tatkräftig.

Samia dokumentiert unsere Fortschritte.

 

Basim war unser heimlicher Star. Trotz Krieg und Terror in seiner Heimatstadt Bagdad machte er sich auf den Weg nach Amman, um sich um die europäisch-arabische Verständigung zu bemühen.

Basim erzählt von den Schülern und Lehrern im Irak
und alle sind sehr bewegt.

 

Leilas, Qamars und Ghizlanes Teilnahme war besonders bemerkenswert, weil diese arabischen Länder (Algerien, Syrien und Marokko) noch nicht häufig an einem solchen Dialog teilgenommen hatten.

Evelyn, Ghizlane, Leila, Marion, Christiane und Qamar
denken über eine interaktive website nach.

 

Patrick aus Paris sprach kein Englisch, sodass ihm manches wahrscheinlich „Spanisch“ vorkam.

Wird Patrick die Botschaft entschlüsseln?
Schräg hinter ihm grübelt auch Terese.

 

Jamila heißt nicht nur „die Schöne“, sie war auch in der Tat die Schönste. Sie war außerdem ein richtiger Profi in Sachen Konferenz und internationaler Verständigung. Für ihren Landesfürsten, den Emir, hatte sie nur lobende Worte.

Qamar, Marion und Jamila demonstrieren Dialogbereitschaft.

 

Und was ist nun dabei herausgekommen?

Also: in erster Linie zeigte es sich, dass wir uns alle gut verstanden haben. Es stellte sich schnell heraus, dass wir alle gegen Vorurteile kämpfen wollen, dass wir unsere Schüler ermuntern wollen, Fremdes kennen zu lernen und sich damit auseinander zu setzen, dass Wege gefunden werden müssen, wie ein Dialog der Kulturen zu Stande kommen soll.

Das Internet schien uns ein gutes Mittel, aber persönliche Kontakte und Besuche in anderen Ländern schienen uns noch ein weit besseres.

Was wissen wir denn überhaupt voneinander?

Hier ein paar Fragen, um nachdenklich zu stimmen:

Zunächst an die Europäer:

  • Wer von Ihnen spricht überhaupt Arabisch?
  • Wer weiß, was ein Oud ist?
  • Gibt es Emire und Sultane immer noch?
  • Was ist ein Kalifat und seit wann gibt es das überhaupt?
  • Was hat die Alchemie mit den Arabern zu tun?
  • Und woher stammen so viel gebrauchte Worte wie Zucker, Kaffee, Reis und Algebra?

Dann an die Araber:

  • Warum verteidigen die Europäer den Säkularismus?
  • Weshalb unternehmen die Europäer nichts gegen israelischen Kolonialismus?
  • Wieso wohnen europäische Jugendliche oft nicht bei ihren Eltern?
  • Warum wollen europäische Frauen die gleichen Rechte haben wie europäische Männer?
  • Was ist eigentlich dieser Eiserne Vorhang und wo hing er?

Was zeigt uns das? Wir müssen über unsern Tellerrand gucken, wir müssen offen sein, wir müssen lernen, wir müssen umdenken, wir müssen uns aus einer anderen Perspektive sehen.

Links ein Oud- und rechts ein Qanun-Spieler.
Oud und Qanun sind traditionelle arabische Musikinstrumente.

 

 

Und warum kaufen auf dem Souk in Amman die Männer ein?
In Europa würden wir dort Frauen sehen.

 

Nächste Schritte

Der nächste Schritt ist natürlich immer, das schon Erreichte nicht abreißen zu lassen, das heißt konkret: in Verbindung bleiben mit den Teilnehmern dieser UNESCO-Konferenz.

Darüber hinaus hoffe ich, dass wir über die offizielle UNESCO Website einen Dialog zwischen arabischen und europäischen Schülern entwickeln können. Über diesen Dialog hinaus ist eine Schulpartnerschaft und ein Schüleraustausch angedacht.

Im Abendgymnasium könnte sich eine AG zusammenfinden, die zu bestimmten Themen im europäisch-arabischen Dialog arbeitet. Dazu könnte gehören:

  • Bekanntschaft mit der arabischen Sprache
  • Länder und Kulturen im arabischen Raum
  • Länder und Kulturen im europäischen Raum
  • Was bedeutet Religion für uns?
  • Musik, Kunst und Literatur
  • Aktuelle Probleme, über die wir Informationen aus erster Hand erhalten durch die UNESCO-Kontakte, etwa: zur Situation von Schülern und Lehrern im Irak und in Palästina
  • Aktuelle Probleme, die wir anhand von Filmen studieren, etwa: das Problem der Immigration nach Europa

Wer Interesse hat, an einer solchen AG mitzuarbeiten, wendet sich bitte an Marion Baumann (Bm). Wer den persönlichen Kontakt sucht, besucht mich im Lehrerzimmer, wer lieber schreiben will, sendet eine E-mail an: baumannmaatagym-ffm.he.lo-net2dotde

Für Kommentare zu dem Bericht über die UNESCO-Konferenz im Amman bin ich ebenso dankbar wie über weitere Ideen, wie ein arabisch-europäischer Dialog gestaltet werden könnte. Eingeladen zur Mitarbeit an der AG sind natürlich nicht nur unsere europäischen oder arabisch-stämmigen Schüler, sondern wirklich ALLE – und natürlich auch die Lehrer.

Wir wollen in Verbindung bleiben.
Die Teilnehmer der UNESCO Konferenz in Petra/Jordanien

 

Für die UNESCO-Gruppe

Marion Baumann

 

Aus dem Fotoalbum

Bothayna und Marion in Petra

 

 

Faris und Mathis sowie Leila und Dr. Köhler
tanzen zu arabischen Klängen
unter anfeuerndem Klatschen der anderen.

 

 

Mathis kann sich nach dem Besuch in der Wüste
gar nicht mehr vom Kopftuch trennen.

 

 

Blond und blauäugig ist hier Leila aus Algerien.

 

 

An der Autobahn nach Petra

 

 

Petra: Zugang zur Nekropole

 

 

 

 

 

 

 

Amphitheater in Petra

 

Blick auf den Hauptplatz von Petra

 

 

 

Amman: Blick von der Zitadelle
auf das Amphitheater

 

 

Amman: Zitadelle

 

 

 

Amman: König Hussein Moschee