Philosophie

  1. Was kann ich wissen?
  2. Was soll ich tun?
  3. Was darf ich hoffen?
  4. Was ist der Mensch?

 

Diese vier Fragen des Philosophen Immanuel Kant, die er bereits im 18. Jahrhundert stellte, umreißen in Kürze das Gebiet der Philosophie.
Zwar sind sie sehr allgemein formuliert, aber sie lassen sich auf die konkreten Fragen und Probleme unserer Gegenwart beziehen.
In ihnen steckt die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen unseres Wissens und Erkennens ebenso wie die Frage nach dem richtigen Handeln. Sie führen uns zum  Nachdenken darüber, was der Mensch ist, was das Schöne ist oder worin das Glück besteht. Aber vor allem führen sie uns dazu, was uns im Alltag vertraut und selbstverständlich erscheint, in seiner Frag-würdigkeit zu erkennen und uns kritisch damit auseinanderzusetzen.

 

Das Abendgymnasium Frankfurt bietet das Fach Philosophie in den zwei Semestern der Einführungsphase und der gesamten Kursphase an. Es kann auch als mündliches und schriftliches Abiturfach gewählt werden.

 

Was geschieht im Philosophieunterricht?

Sie lernen die Ideen und Weltsichten vieler Philosophen und philosophischer Schulen aus einer über 2000-jährigen Geschichte des Denkens kennen. In dieser Auseinandersetzung interessiert auch, wie die Fragen und Antworten in ihrer Entstehungszeit verwurzelt sind, wie sie in die Gesellschaft, die Politik und die Kunst zurückgewirkt haben und welche Bedeutung sie noch heute für uns haben können.
Dabei lernen Sie die Einzeldisziplinen der Philosophie kennen, wie z.B. die Erkenntnistheorie, Ethik, Ästhetik, Sprachphilosophie und Anthropologie.

 

Was können Sie vom Philosophieunterricht erwarten?

Die Lektüre wichtiger philosophischer Texte und die Diskussion darüber sollen den eigenen Denkhorizont erweitern und zur Klärung des Selbstbildes und der eigenen Weltsicht beitragen.
Die im Philosophieunterricht gewonnenen Erkenntnisse lassen sich auch sinnvoll in andere Unterrichtsfächer, wie z.B. Deutsch oder Historisch-politische Bildung, einbringen.

 

Welche Voraussetzungen sollten Sie mitbringen?

Hier ist zunächst die Bereitschaft zum genauen Lesen zu nennen. Die Texte stellen oft eine Herausforderung dar, weil sie aus den gewohnten Denk- und Sprachmustern herausfallen. (Um Sie in diesem Prozess zu unterstützen, gibt es in der Einführungsphase eine zusätzliche Stunde, die mit den Besonderheiten philosophischer Sprache vertraut machen soll.) Daneben gilt es aber eine andere wichtige Voraussetzung zu erwähnen, nämlich die Bereitschaft und Fähigkeit zu staunen, was Aristoteles als den Zugang zur Philosophie formuliert:

 

"Denn Staunen veranlasste zuerst wie noch heute die Menschen zum Philosophieren… Wer aber fragt und staunt, hat das Gefühl der Unwissenheit… Um also der Unwissenheit zu entkommen, begannen sie zu philosophieren."