Erster UNESCO-Vortrag zu neuen Perspektiven in der internationalen Raumfahrt

 

Vor etwa achtzig Zuhörern informierte Herr Häcker beim Debüt der UNESCO-Vortragsreihe am 6. März 2013 fundiert und spannend über neue Perspektiven in der internationalen Raumfahrt. Nachdem ein kurzer historischer Rückblick die Vorteile der Erkundung und Besiedlung des Weltalls belegt hatte – Verhinderung von Stagnation und Verfall der menschlichen Gesellschaft, ständiger technischer und wissenschaftlicher Innovationsschub, langfristiges Zusammenwachsen der Menschheit – machte der Vortrag deutlich, dass die Entwicklung zu einer raumfahrenden Zivilisation auf mehreren Planeten heute bei entsprechendem Willen durchaus möglich ist.

Da staatliche Stellen derzeit enttäuschenderweise keine ambitionierten Raumfahrtprogramme betreiben, liegen die Hoffnungen im Moment hauptsächlich auf dem Schneeballeffekt privater Projekte und der dadurch ausgelösten gesellschaftlichen Dynamik. Hierzu wurden die für neue Mondmissionen vielversprechendsten wie Space X und der Google Lunar X-Prize vorgestellt.

Anschließend wurde das Für und Wider einer permanenten Basis auf unserem natürlichen Satelliten abgewogen. Hierbei überwogen zunächst die Nachteile wie die gefährliche kosmische Strahlung aufgrund der fehlenden Atmosphäre und die zweiwöchigen Mondtage und –nächte, welche eine Landwirtschaft quasi unmöglich machen. Eine unerwartete Wendung nahm die Präsentation allerdings, als deutlich wurde, dass der Wert von Mondbasen gar nicht so sehr im Mond selbst liegt, sondern in dem, was er der Menschheit mittelfristig ermöglichen wird.

Astronomieparks auf dem Mond werden aufgrund der spezifischen Gegebenheiten fast eine Million mal leistungsfähiger sein als heute existierende Teleskope und damit die Entdeckung von erdähnlichen Planeten in anderen Sonnensystemen (Exoplaneten) ermöglichen. Darüber hinaus lässt sich auf dem Mond das im inneren Sonnensystem nur dort zu findende Isotop Helium 3 abbauen. Als Zündstoff für die in naher Zukunft serienreife Kernfusion wird es uns dieses Edelgas ermöglichen, diese Exoplaneten mit einem Zehntel der Lichtgeschwindigkeit zu erreichen!

Die durch zahlreiche Bilder und Videos illustrierte Präsentation endete zu guter Letzt mit einer abschließenden Diskussion.

Das Thema Raumfahrt wird im Mai mit einem zweiten und letzten Vortrag von Herrn Häcker mit dem Titel „Die Besiedlung des Mars. Asteroiden – Gefahr und Chance“ abgeschlossen. Zuvor wird der in Deutschland lebende indische Schriftsteller Amant Kumar am Mittwoch, dem 17. April, aus seinen Werken zum Thema „Vom Ganges zum Rhein: Begegnung der Kulturen“ vorlesen.